Bildung und Innovation fördern

 Wir fordern weiterhin die Stärkung von Qualifikation und Innovation: Die JU Oberfranken befürwortet die Weiterführung der „Mobilitätsbeihilfe“ für junge Menschen aus Oberfranken und der nördlichen Oberpfalz. Diese unterstützt Jugendliche, die zwar in der Region keinen Ausbildungsplatz finden, dafür aber im Süden des Freistaates. Mittelfristig ist diese Beihilfe aber keine Antwort, denn nur wenige junge Menschen kehren nach ihrer Berufsausbildung nach Oberfranken zurück. Im Hinblick auf die vorhandenen Arbeitsplätze findet zum Teil ein Verdrängungswettbewerb durch Arbeitnehmer aus anderen Bundesländern statt. Neben Bemühungen um verstärkte Betriebsansiedlungen muss der Strukturwandel deshalb auch dadurch aktiv angestoßen werden, dass betriebsbezogene Qualifikationsmaßnahmen verstärkt unterstützt werden, um den Menschen vor Ort beim Wettbewerb um den Arbeitsplatz zu helfen.
Die JU Oberfranken fordert eine Weiterentwicklung der Fraunhofer-Projektgruppe „Prozessinnovation für Unternehmen im ostbayrischen Raum“ zu einem Fraunhofer Institut an der Universität Bayreuth.

– Den Schlüssel zu den beschriebenen Problemen stellt in vielen Fällen eine bessere und intensivere Vernetzung von Hochschulen und regionaler Wirtschaft dar – so können praxisrelevante Forschungsergebnisse erzielt und auf kurzem Weg in Umsatz und Arbeitsplätze umgesetzt werden. Die Junge Union fordert hier die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen der heimischen Wirtschaft und den Hochschulen durch die IHK unterstützt durch die Impulskraft der Politik.

– Wir wollen auch eine neue Zusammenarbeit zwischen den Universitäten und sprechen uns für die Verbesserung des Bildungsnetzwerkes aus. Die oberfränkischen Universitäten sollten sich wie Regensburg-Passau mit den Universitäten Linz, Budweis und Prag besser vernetzen. Wünschenswert wäre auch eine interdisziplinäre Einrichtung im Forschungs- und/oder Lehrbereich zur besseren Zusammenarbeit aller oberfränkischen Hochschulen, z.B. eine Forschungseinrichtung die FH und Universität verbindet.

– Bei allen Bildungsprojekten ist der Grundsatz „Qualität vor Quantität“ zu beherzigen – es muss nicht jede Dorfschule erhalten bleiben, viel wichtiger ist, dass Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen qualitativ hochwertige Bildungsangebote zur Verfügung stehen, selbst wenn diese dann die ohnehin vorhandenen Pendelstrecken geringfügig verlängern. Dies ist insbesondere durch den demographischen Wandel dringend notwendig geworden. Wir müssen den Mut haben der Realität ins Auge zu sehen und neue Wege zu gehen und dürfen nicht an alten Prinzipien festhalten. Ziel muss schließlich immer ein möglichst hohes Bildungsniveau sein.

– Verschiedenste Institutionen wie Vereine, Verbände oder Handwerkskammern bieten in Oberfranken nebeneinander Ausbildungs- und Praktikumsplatzbörsen an. Wir erachten es für sinnvoll eine Vernetzung dieser nebeneinander bestehenden Ausbildungsplatzbörsen in einem Portal vorzunehmen. Mit einer standardisierten Eingabemaske würde dies einerseits das Anbieten einer Ausbildungsstelle für die Unternehmen, andererseits das Finden einer geeigneten Stelle durch die Ausbildungsplatzsuchenden erleichtern. Da dieses Portal für ganz Oberfranken angeboten werden soll, wäre dies ein weiterer Baustein im Dachmarkenprozess von Oberfranken Offensiv – Forum Zukunft Oberfranken e.V. und sollte daher unter dem Dach dieses Vereins angesiedelt werden.

– Ein größeres Problem für Handwerksbetriebe ist bereits jetzt schon, geeignete Auszubildende zu finden. Gerade in den technisch anspruchvollen Berufen gehen die meisten Jugendlichen mit dem nötigen Wissen an weiterführende Schulen um anschließend ein Studium zu absolvieren. Ein Großteil von jungendlichen Schulabgänger erfüllt leider nicht mehr die benötigten Anforderungen für eine duale Ausbildung in einigen Ausbildungsberufen. Sie absolvieren ihre Ausbildung über eine Bildungseinrichtung z.B. BFZ, Kolping und noch viele andere. Sie schließen Ihre Ausbildung meist erfolgreich ab, dazu wird allerdings Stützunterricht benötigt, da ein erfolgreiches Abschließen der Ausbildung nur durch die schulische und betriebliche Bildung nicht mehr ausreicht.

- Wir treten ein für die Förderung zugunsten eines Forschungsinstituts für alternative Kraftstoffe an der Hochschule Coburg.

– Aufgrund des industriellen Schwerpunkts Oberfrankens in der Textilbranche und des in der Fachhochschule Hof/ Münchberg angesiedelten Fachstudiums Textiltechnologie bzw. Textildesign erscheint es sinnvoll, eine Sondersammelgebietsbibliothek an diesem Hochschulstandort anzusiedeln. Insbesondere die heimische Textilwirtschaft mit ihren technologisch spezialisierten Produkten würde aufgrund des direkten Informationszugangs zu hochwertigen Fachinformationen und Datenbanken entscheidend profitieren.

– Bildung, sei es bei der Kinderbetreuung oder im Schulwesen muss auch mehr zur kommunalen Aufgabe werden. Die Kommunen dürfen die Verantwortung nicht nur auf die Landesregierung abwälzen, sondern müssen selbst auch tätig werden. Beispielgebend ist die Kinderkrippe am Landratsamt Bamberg, die den Beamten und Angestellten des Amtes hilft, Familie und Beruf zu vereinbaren.

– In der oberfränkischen Hochschullandschaft gibt es Möglichkeiten zur Dezentralisierung von Forschungseinrichtungen und Instituten. Dies ist wünschenswert wenn Kooperationen mit starken Partnern in Wirtschaft, Kultur und öffentlichen Einrichtungen möglich sind. Hierdurch könnte eine dezentrale Bildungslandschaft geschaffen werden, die in ganz Oberfranken bedeutende wirtschaftliche Impulse setzt, und zur Stärkung des Forschungs- und Hochschulstandorts Oberfranken, sowie zur Stärkung der Innovationskraft in Oberfranken beiträgt.

Kategorien
Facebook
Twitter