Zum Rücktritt Peter Gauweilers erklärt Oberfrankens JU Bezirksvorsitzender Jonas Geissler

“Die erste Reaktion vieler zum Abtreten Peter Gauweilers ist wohl ‘ein Querulant ist verschwunden’. Im Gegensatz dazu könnte man auch in Anlehnung an historischer Vorbilder formulieren, ‘der Lotse geht von Bord’. Beide Auffassungen sind kontrovers. Beide treffen wohl nicht den Kern des Rücktritts.

Peter Gauweiler war mehr als Lotse oder Querulant. Er war streitbar. Er war populistisch. Aber er hat immer ein Stück der Marke CSU ausgemacht. Nicht weil seine Positionen als antieuropäisch gedeutet werden könnten. Diese Einschätzung wäre zu einfach. Vielmehr war Peter Gauweiler ein Vorkämpfer der Demokratie. Einer, der sein Gewissen ernst nahm. Jemand der auf ehrliche Argumente und die Kraft der Auseinandersetzung vertraute!

Sicherlich war dabei nicht jede seiner Positionen richtig. Aber über Wahrheiten lässt sich in einer Demokratie eben streiten. Sie sind oft persönlich. Sie sind meist individuell. Und sie müssen nie der Mehrheitsmeinung entsprechen. Wenn ein Abgeordneter seinem Gewissen folgt, macht er keine Fehler. Diese Haltung verdient immer Respekt. Sie erscheint geradlinig. Und vor allem zeigt sie Charakterstärke!

Für Oberfranken ist der Rücktritt des Münchner CSU Urgesteins auch ein persönlicher Verlust. Durch seine familiären Verbindungen war er eng mit dem Frankenwald verbandelt. Nicht zuletzt deswegen sagen wir heute  mit Wehmut Servus!

Peter Gauweiler war eine Bereicherung für den innerparteilichen Diskurs. Er war ein Verfechter der Freiheit. Auch wenn nicht jeder alle seine Thesen unterstützt hat, wird es kaum jemanden geben, der heute meint, dass sich diese Lücke so schnell füllen lässt!”

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